Karl-Heinz Müller: Gönningen - Samenhandel - Tuffsteinabbau
SAMSTAG, 18.Juli 2026 Halbtagesexkursion mit Karl-Heinz Müller nach Gönningen – Samenhandelsmuseum und Spuren des Kalktuffabbaus
Gönningen am Fuße des Rossberges ist seit der Gemeindereform von 1971 ein Stadtteil von Reutlingen. Das Dorf liegt wegen seines Klimas und seiner mageren Böden wie andere Ortschaften am Albaufstieg in einem landwirtschaftlichen „Ungunstraum“. Daher begannen die Einwohner sich schon ab dem 16.Jahrhundert mit dem Handel von Sämereien zu behelfen. In dessen Blütezeit im 19.Jahrhundert waren zeitweilig um die 1000 Einwohner mit Samen und Musterbücher ausgestattet auf monatelanger Wanderschaft durch ganz Europa. Dieser Handel brachte dem Dorf einen beträchtlichen Wohlstand, wovon heute noch damals entstandene repräsentative Bauten wie Schule, Rathaus oder Kirche zeugen. Mit dem Aufkommen der Eisenbahn begann der Niedergang des Samenhandels.
Eine weitere wichtige Einnahmequelle in Gönningen war der Abbau von Kalktuff. Wegen seiner Eigenschaften ist Tuff zumindest seit dem Mittelalter ein beliebter Baustoff. Er wurde für zahlreiche Gebäude benutzt, u.a. auch für Bauten für die Olympischen Spiele in Berlin oder der Wilhelma Stuttgart. Die Hauptphase des Gönninger Tuffabbaus begann im frühen 20.Jahrhundert. Der Tagebau im Wiesaztal bedeckte bei seiner Stilllegung 1975 eine Fläche von 16 Hektar. Er wurde z.T. geflutet, und es entstand eine sehr reizvolle Seenlandschaft, die heute Freizeitanlage und in Teilen auch Naturschutzgebiet ist. Auf dem 1 bis 1 ½ stündigen Rundgang sieht man Beispiele für die Entstehung von Kalktuff sowie Abbauspuren.
13.30 Uhr Treffpunkt vor dem Rathaus am Gönningen. Dort Führung durch das Samenhandelsmuseum (Eintritt € 3,50), ansonsten Teilnahme frei. Anschließend kurze Weiterfahrt zu den Gönninger Seen .Anmeldung erforderlich. Teilnehmerzahl begrenzt auf 25 Personen.

